Behandlungsmöglichkeiten
Schmerzdienst
Im Schmerzdienst erfolgt zu den oben angegebenen Öffnungszeiten die zahnärztliche Schmerzbehandlung. Vor der Behandlung sind folgende Schritte notwendig:
- Anmeldung in der Patientenaufnahme (direkt am Eingang)
- Untersuchung in der allgemeinen Aufnahme. Dort erfolgt dann die Überweisung in den Schmerzdienst der Zahnerhaltung oder den Dienst anderer Abteilungen
Eine allgemeine Befunderhebung – z.B. die jährliche Kontrolluntersuchung oder wenn Sie Patient in der Universitätszahnklinik werden möchten – kann im Rahmen des Schmerzdienstes stattfinden. Die Behandlungsplanung mit Übernahme in den Studentenkurs oder Weiterbehandlung bei einem Zahnarzt unserer Poliklinik wird hier vorgenommen.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass im Schmerzdienst keine Termine vergeben werden können. Es kann somit unter Umständen zu längeren Wartezeiten kommen. Patienten, die einen Unfall hatten oder sich in anderen Kliniken der Universität in stationärer Behandlung befinden, müssen vorrangig behandelt werden. Sofern Sie ohne Beschwerden zur Kontrolluntersuchung oder zur Erstuntersuchung kommen, bitte rechnen Sie damit, dass Patienten mit akuten Beschwerden vorgezogen werden.
Studentenkurs
Während der Semester (April bis Juli und Oktober bis Februar) kann eine Behandlung im Studentenkurs stattfinden.
Sofern Sie für die Behandlung dort eingeplant sind, wird sich ein Studierender der höheren Semester mit Ihnen in Verbindung setzen und mit Ihnen persönlich die Behandlungstermine planen. Da Ihre Behandlung von einem Studierenden durchgeführt wird, wird jeder Arbeitsschritt von einem Zahnarzt kontrolliert. Somit kann die Behandlung länger dauern als sie es vielleicht bisher gewohnt waren. Wir bitten Sie deshalb, ausreichend Zeit und Geduld mitzubringen.
Da wir noch in der Lage sind, die Behandlung im Studentenkurs äußerst preisgünstig zu gestalten (z.B. keine Zuzahlung bei zahnfarbenen Füllungen im Seitenzahnbereich), ist diese Art der Behandlung bei unseren Patienten sehr beliebt. Sie müssen daher eventuell mit längeren Wartezeiten rechnen.
Behandlung durch Zahnärzte der Poliklinik
Eine Behandlung durch Zahnärzte/Zahnärztinnen der Poliklinik kann nur in einem sehr begrenzten Umfang stattfinden. Aufgrund der immer größer werdenden Zahl an Studenten und des damit einhergehenden ungünstigen Betreuungsverhältnisses Arzt/Student sind nur noch sehr wenige Behandlungen im ärztlichen Bereich möglich. Eine Entscheidung darüber kann im Rahmen des Schmerzdienstes oder des Studentenkurses vorgenommen werden. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass auch hier unter Umständen mit langen Wartezeiten zu rechnen ist.
Patienteninformationen zur restaurativen Zahnheilkunde
1. Entstehung von Karies
Die häufigste Erkrankung der Zahnhartsubstanzen ist die Karies. Es handelt sich um eine lokalisierte Erkrankung der Zahnhartgewebe, die durch das Zusammenwirken von schädigenden Mikroorganismen und anderen Faktoren wie z.B. schlechter Mundhygiene und unkontrolliertem Zuckerkonsum entsteht.
Die Karies äußert sich je nach Schweregrad in unterschiedlicher Symptomatik. Sie geht keinesfalls immer mit Zahnschmerzen einher.
2. Therapie-Optionen
A) direkte Restaurationen
B) indirekte Restaurationen
C) Wurzelkanalbehandlungen
A) direkte Restaurationen
Zu diesen zählen bei uns hauptsächlich definitive Füllungen aus Komposit im Frontzahn- und Seitenzahnbereich.
Gelegentlich werden auch provisorische Füllungen aus Glasionomerzement oder anderen Materialien notwendig.
Im Sinne einer direkten Restauration werden bei uns auch Formkorrekturen (ästhetische Zahnheilkunde) mittels Komposit durchgeführt.
B) indirekte Restaurationen
Diese werden nach der Anfertigung im Zahntechnikerlabor in den vorbehandelten Zahn eingesetzt. Zu den indirekten Restaurationen zählen (im Rahmen der Zahnerhaltung) vor allem Inlays und Teilkronen aus Keramik, Gold oder Komposit.
C) Wurzelkanalbehandlungen
Eine Wurzelkanalbehandlung kann aus verschiedenen Gründen notwendig sein. Letztlich wurde die Pulpa („der Nerv“) irreversibel geschädigt und muss entfernt werden. Es handelt sich dabei immer um den Versuch, den betroffenen Zahn zu erhalten.
3. Entstehung von Erosionen
Erosionen entstehen durch häufige direkte Säureeinwirkung auf den Zahn.
Diese Säuren lösen die Zahnoberfläche durch Demineralisation auf. Ist die Säureeinwirkung kurz und selten, kann die Zahnoberfläche durch die Mineralien des Speichels weitgehend natürlich remineralisiert werden und es entsteht kein bleibender Defekt. Bei längerer und/oder häufiger Säureeinwirkung entstehen irreversible Zahnhartsubstanzverluste.
Exzessiver Konsum säurehaltiger Fruchsaftgetränke, Sportlergetränke, Limonaden (wie z.B. Cola-Getränken) und anderer säurehaltiger Lebensmittel (Essig, Fruchtbonbons, Alkopops, saure Früchte) sind häufige Ursachen von Erosionen.
4. Therapie der Erosionen
Abhängig vom Schweregrad der Erosionen ist reicht die Therapie von einer einfachen Versiegelung der geschädigten Zahnhartsubstanz bis hin zum Ersatz durch Teil- oder Vollkronen. Diese Therapie kann aber nur in Verbindung mit einer Ernährungsumstellung zum gewünschten Erfolg führen.
5. Zahnverletzungen
Fast ein Drittel der Kinder und Jugendlichen bis zu einem Alter von 12 Jahren erleidet ein Frontzahntrauma. Die Verletzungen können dabei unterschiedlichster Art sein: sie reichen von einer nicht sichtbaren „Erschütterung“ eines Zahnes bis zu dessen vollständigem Verlust.
In vielen Fällen kann der betroffene Zahn aber gerettet/erhalten werden, zumindest für einen längeren Zeitraum (z.B. bis zum Abschluss des allg. Wachstums).
Im Falle eines „Zahnunfalls“ sind oft die ersten Maßnahmen diejenigen, die über die Therapiemöglichkeiten und Erfolgsaussichten entscheiden. Wir haben deshalb einen „Notfallfahrplan“ für Sie zusammengestellt, der sich an den Leitlinien der IADT (International Association of Dental Traumatology) orientiert.
Informationen zum Verhalten nach einem Frontzahntrauma
1. Verletzungen von Milchzähnen
a) ein Teil des Milchzahnes ist abgebrochen und/oder der Zahn ist in seiner Stellung verändert
Sammeln Sie abgebrochenen Fragmente auf und geben Sie diese in die Zahnrettungsbox (Dentosafe®), in physiologische Kochsalzlösung oder Milch.
Suchen Sie dann Ihren Zahnarzt bzw. den zahnärztlichen Notdienst auf.
b) ein Milchzahn wurde ausgeschlagen
Der Zahn sollte nicht mehr in sein Knochenfach zurückgesetzt werden.
Trotzallem sollten Sie den Zahn suchen, damit man sicher gehen kann, dass er wirklich ausgeschlagen wurde und nicht vollständig in den Knochen hinein gestoßen wurde.
In jedem Fall sollten Sie umgehend einen Zahnarzt/den zahnärztlichen Notdienst aufsuchen.
2. Verletzungen von bleibenden Zähnen
a) ein bleibender Zahn ist abgebrochen
Sammeln Sie das abgebrochene Fragment/die abgebrochenen Fragmente auf.
Lagern Sie diese nach Möglichkeit in der Zahnrettungsbox (DentoSafe®).
Sollte eine solche Box nicht vorhanden sein, so geben sie die Fragmente in physiologische Kochsalzlösung oder Milch.
Suchen Sie danach unverzüglich den zähnärztlichen Notdienst auf. Häufig können solche Fragmente mit wenig Aufwand wieder befestigt werden.
b) ein bleibender Zahn ist gelockert und/oder in seiner Position verändert
Nach Krafteinwirkung kann ein Zahn gelockert sein. Ebenso kann er aber auch in eine andere Position gebracht worden sein und ist dort völlig unbeweglich. In beiden Fällen sollten Sie sofort den zähnärztlichen Notdienst aufsuchen, damit der Zahn wieder in seine ursprüngliche Position gebracht bzw. geschient werden kann und gegebenenfalls weitere Behandlungen begonnen werden können.
c) ein bleibender Zahn wurde ausgeschlagen
Versuchen Sie, den Zahn zu finden. Halten Sie ihn am besten an der Krone fest (weißer Teil) und nicht an der Wurzel (gelber Teil).
Wenn irgendwie möglich, sollten Sie ihn sofort replantieren. Falls er verschmutzt sein sollte, halten Sie ihn kurz unter fließendes Wasser. Er kann danach in sein Knochenfach zurückgesetzt werden. Der Zahn sollte nun in Position gehalten
werden, deshalb beißen Sie am besten auf ein Taschentuch und suchen dann sofort den zahnärztlichen Notdienst auf.
Falls Sie es nicht schaffen, den Zahn zurückzusetzen, geben Sie ihn in die Zahnrettungsbox (Dentosafe®), einen Behälter mit physiologischer
Kochsalzlösung oder Milch.
Suchen Sie auch in diesem Fall unverzüglich den zahnärztlichen Notdienst auf.



